Unser Team erfolgreich bei der Weltmeisterschaft in Shanghai

 

Es begann mit einer Spielzeugidee und der Drohnenball wurde geboren. Rund 15 Jahre später war es soweit, die ersten Weltmeisterschaften der FAI im Drone -Soccer in der Klasse F9A fanden in Shanghai in zwei Klassen statt. Drone-Soccer, bei uns noch immer eine relativ unbekannte Sportart füllt in Asien bereits Stadien. Kein Wunder, dass die erste Weltmeisterschaft nach China vergeben wurde.

  

Aus Deutschland hatten sich aus unserem Trainingszentrum zwei Teams mit je drei Spielern in der Subclass B und ein Team mit 6 Spielern in der Subclass A qualifiziert - Annika, Melissa, Nathalie, Lotte, Adriana und aus Gründen der Gendergerechtigkeit Simon. 6 Spieler in drei Teams, das bedeutete vor Ort werden 24 Bälle benötigt und so musste erst mal ein Transportproblem gelöst werden musste - Demontage vor dem Flug und Montage vor dem ersten Spiel.

Mit dabei Angelika als Teammanager und Matthias sowie Valentino, die sich um die Technik und die Stimmung im Team kümmerten.

Wir waren zwei Tage eher angereist. Ich brauchte beide Tage für das Aufrüsten der Bälle und das restliche Team machte Shanghai einschließlich der Läden unsicher.

Natürlich sind zwei Tage wenig, gaben aber den jungen Leuten einen ersten Einblick in chinesisches Leben und chinesische Speisegewohnheiten. Und natürlich ging es auch hinauf in den Shanghai-Tower, das höchste Gebäude Chinas mit seinen 632m. Na ja, wir haben auch bald den Fellbach Tower!

Um es gleich zu sagen, die erste Weltmeisterschaft in Shanghai war ein riesen Erfolg. Mehr als 200 Pilotinnen und Piloten in 28 Teams der Subclass B und 18 Teams der Subclass A hatten gemeldet und traten damit zum größten Turnier an, dass jemals geflogen wurde. Das chinesische Organisationsteam hatte alle Register gezogen und so fehlte es den Teams an nichts. Und das zeigten sie bereits in einer spektakulären Eröffnungsshow.

Geflogen wurde wie beim „richtigen“ Fußball – je vier Qualifikationsgruppen und anschließenden Ausscheidungsrunden.

In der Subclass A war das Losglück nicht bei dem deutschen Team, denn es wurde in eine rein asiatische Gruppe gelost. Da haben wir uns schon auf dem letzten Platz gesehen! Dass am Ende in dieser Gruppe ein achtbarer dritter Platz stand und dabei Japan und Hongkong geschlagen werden konnte, war für das deutsche Team ein riesen Erfolg.

Besser lief es in der Subclass B. Hier erreichten beide Teams in der Vorrunden-Gruppe einen ersten und zweiten Platz. Die erste Mannschaft mit Melissa, Nathalie und Annika (v.l.n.r.) konnte sich dann in der Ausscheidungsrunde durchsetzen und belegte abschließend einen 5.Platz. Sie war damit das beste europäische Team bei dieser Weltmeisterschaft. Mit Annika, Melissa und Nathalie war sie eine reine Frauenmannschaft und damit „das“ Ziel der Kameras auf dieser Weltmeisterschaft.

Aber auch unsere zweite Mannschaft mit Adriana, Lotte und Simon (v.l.n.r.) verkaufte sich teuer, musste aber gegen den späteren Weltmeister China passen. China bestimmt zur Zeit diese Sportart wie keine andere Nation und gegen sie zu verlieren war keine Schande.

Drone-Soccer in Deutschland und somit in unserem Verein kann also mit den internationalen Teams auf Augenhöhe mitspielen und hat in Shanghai ein Achtungszeichen gesetzt. Die Arbeit am Schubart Gymnasium in Aalen und  in der Modellflugjugend Ostalb e.V. als derzeitiges Zentrum im Drone – Soccer hat sich gelohnt und wir sind auf dem richtigen Weg – das ist das eindeutige Ergebnis der Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft.

Und auch wenn China und Korea sportlich in einer anderen Liga spielen, mit unseren fünf Mädchen und einem Jungen war das Team eindeutig das Ziel der anwesenden Kameras. In einer fast ausschließlich männlich dominierten Sportart mit Mädchen in die Weltspitze zu fliegen, das zog viele Reporter magisch an.

Dass diese Weltmeisterschaft eine weltweite Entwicklung ausgelöst hat, ist unstrittig. Wurden bisher von einigen Firmen "auch" Bälle gebaut, so werden sie jetzt zielgerichtet entwickelt.

In der ersten Etage war eine Herstellermesse eingerichtet und es war ganz klar zu erkennen, dass renommierte Firmen wie LDARC, HGLRC, Radiomaster, Helsel, Gemfan, Stradale u.a. den Handschuh in den Ring geworfen haben. Neue Materialien in den Ballhüllen lassen Stöße mit relativ mehr als 150km/h schadlos zu und Ballausfälle während des Spiels gehören mehr und mehr der Vergangenheit an.

Unser Team ist in der Subclass B sehr erfolgreich mit den Bällen der Firma LDARC geflogen. Sie zur Zeit das Beste sind, was man für Geld kaufen kann – die Betonung liegt auf „zur Zeit“! Wir haben seit Jahren per Mail eine Enge Verbindung zu den Mitarbeitern dieser Firma. Um so größer war die Freude, erstamlig persönlich bekannt zu werden.

In der Subclass A ist die Materialauswahl schon interessanter. Die Ballmassen liegen bei 1kg und da werden beim zentralen Stoß schon erhebliche Energien frei, leider auch in Form von Verformungsenergie! Hier werden für die Ballhüllen ganz unterschiedlicher Entwicklungsrichtungen beschritten, von sehr starr bis sehr elastisch.

Entscheidend sind nach wie vor die Akkus. Hohe C-Raten sowohl beim Ent- aber auch beim Beladen sind absolute Notwendigkeit! Mit unseren LIPO’s der Firma Gensace hatten wir eine sehr gute Basis. Hier verbindet uns eine enge Beziehung und natürlich fliegen wir auf alleeb Bällen die LIPO von Gensace, am liebsten immer dann, wenn sie gesponsort werden. Nur mal so als Anlegekante, für die WM hatten wir 77 LIPO's am Start, die an 3 Achtfachladern und 3 Vierfachladern geladen wurden! Stichwort Achtfachlader - natürlich sind das spezielle Entwicklungen für den Drone-Soccer-Sport der Firma Gensace.

Wie zu erwarten, belegten die chinesischen Teams in beiden Klassen den ersten und zweiten Platz, gefolgt jeweils von Korea. In den asiatischen Staaten ist diese Sportart angekommen und wird als Leistungssport betrieben. Verglichen mit dem dortigen Aufwand und den materiellen Möglichkeiten waren wir richtig gut!

Natürlich gab es auch den obligatorischen Vereinsabend. Wir hatten einen kleinen Italiener im Erdgeschoss eines Shopping-Centers ausfindig gemacht, der jedem Italiener bei uns den Rang abgelaufen hätte! Es gab Ministrone, Spagetti Napolie, Steak vom Rind und Creme Brulee, ein kleiner Dank an alle, die mitgefahren waren.

Ansonsten hatte natürlich Mc Donald die Grundversorgung unseres Teams übernommen.

Wenn man über die WM in Shanghai berichtet, dann darf man nicht das Abschlussbankett vergessen, dass auf einem Schiff auf dem Fluss Huangpu Jiang stattfand. Er teilt Stadt in zwei Teile: das traditionelle Puxi und das moderne Pudong. Eine Drohnenshow mit mehr als 1.000 Drohnen über dem nächtlichen Shanghai wird einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.

Einen großen Dank an alle, die uns bei der Weltmeisterschaftsteilnahme unterstützt haben.

Er gilt sowohl den unzähligen Volunteers vor Ort als auch den vielen Sponsoren bei uns in Deutschland.

Im März 2026 wartet auf das German-Drone-Soccer Team der nächste Höhepunkt, wenn wir in der Pfeifle-Halle in Aalen internationale Mannschaften begrüßen können. Dann findet am 13.-15.3.2026 der dritte German Drone-Soccer Cup statt.